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Sonntag, 8. Januar 2017

Rebellion - Aufbruch nach New York - THREE (Online Story zum Mitlesen)

Heute gibt's den dritten Teil von Rebellion für euch!
Viel Spaß beim Mitlesen ;-)






Rating
P18

Kategorie
Gay Romance, Drama, History, Lemon

Zusammenfassung
Max und Leon, zwei Jungs aus Virginia/USA in den 30er Jahren aus einer kleinen Stadt namens Hopewell, entdecken ihre Gefühle füreinander und sind alsbald auf der Flucht in die Großstadt. 



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REBELLION


Aufbruch nach New York



~ THREE ~



Zu Hause wartete bereits ein ziemlich verärgerter Vater, als Leon kurz vor dem Mittagessen innerlich jubelnd den Laden betrat.
Er hatte sich nach dem Treffen mit Max nicht sofort nach Hause begeben, sondern war mit Storm wieder einmal zu seinem kleinen Teich außerhalb der Stadt gefahren und hatte sich dort förmlich in den Erinnerungen an den Jagdausflug gesuhlt. Mittlerweile war er sich sicher, dass Max genau wusste, was mit ihm los war, es nur noch nicht laut aussprechen oder gar zugeben wollte. Wenn er nächstes Wochenende zu ihm in die Stadt käme, würde er ihn mit nach Richmond zum Square Dance nehmen. Tanzen war immer gut, um sich näher zu kommen und man musste nicht so viel sprechen, sondern mehr agieren. Sie konnten sich ja um die Mädchen kümmern, mal sehen, wie es sich entwickeln würde. Dann wäre sein Vater auch nicht abgeneigt, ihm den Wagen zu geben. Leon hatte zwar schon mal ein Mädchen ausgeführt, aber schnell festgestellt, dass das nichts für ihn war. Max musste schließlich auch seine Erfahrungen machen, umso eher würde er sich für ihn entscheiden.
»Deine Mutter und ich gehen heute Abend aus. Du bleibst bei Amy und lässt den Laden auf bis neun Uhr.«
Leon nickte. Ihm war egal, was sein Vater ihm auferlegte, Hauptsache, er konnte dabei an Max denken. Außerdem musste er Punkte gut machen, um für das nächste Date den Wagen zu bekommen.
»Nächsten Samstag brauche ich den Twin Six, Dad! Wir wollen zum Square Dance nach Richmond!«, rief er seinem Vater noch zu, bevor dieser die Küche verlassen konnte.
»Wurde auch Zeit, dass du wieder mal unter zivilisierte Leute gehst! Wer ist wir?«
»Max und ich.«
»Max? Etwa dieser Farmerbengel mit den Latzhosen?« Genervt starrte sein Vater ihn an.
Leon zuckte nur mit den Schultern. »Warum nicht? Wir sehen uns gleich noch das College an, denn sein Dad möchte unbedingt, dass er studiert.« Eine glatte Lüge, aber hoffentlich wirkungsvoll für seine Zwecke.
Stirnrunzelnd dachte Mr. Sickler kurz darüber nach. »Höchste Zeit, dass du dich darum kümmerst!«
»Können wir uns das inzwischen denn leisten?«
»Wenn der Farmer das kann, dann wir allemal!«, brummte sein Vater angesäuert. Das wollte er sich nicht nachsagen lassen, dass sein Sohn weniger Chancen bekommen sollte als ein dummer Farmerjunge!
So ähnlich hatte Leon sich das schon gedacht. Mal sehen, was sein Vater machte, wenn er sich tatsächlich im College anmelden wollte. Das dürfte noch spannend werden! Sein Ziel war eigentlich schon immer ein Wirtschaftsstudium gewesen, aber bisher hatte es aus finanziellen Gründen nie zur Debatte gestanden. Er hätte nebenbei arbeiten müssen und das wollte sein Vater nicht erlauben, es sei denn im eigenen Geschäft, wofür er ihn allerdings nicht bezahlen wollte.
Leon hing kopfschüttelnd das Geschlossen Schild in die Tür, sperrte ab und folgte seinem Vater nach hinten in die Küche zum Mittagessen. Manchmal dachte er schon darüber nach, einfach von hier wegzugehen und auf eigenen Beinen zu stehen. Dann aber wieder sagte er sich, dass er es hier eigentlich ganz bequem hatte und sich keine Sorgen um die nächste Mahlzeit machen musste. Wollte er allerdings jemals mit einem Mann länger zusammen sein, musste er es entweder der Familie sagen oder tatsächlich für immer aus ihrem Dunstkreis verschwinden. Keine schöne Aussicht, fand er jedes Mal aufs Neue.
»Na, hast du was geschossen?«, fragte seine Mutter ihn neugierig, nachdem sie alle am Tisch Platz genommen hatten.
»Hab nicht getroffen. Aber Max hat einen Fasan erlegt. Er ist ein ziemlich guter Schütze.«
»Dass du auch noch stolz drauf wärst!«, maulte Amy mit strafendem Blick.
»Was weißt du Winzling schon! Was du grade isst, hat auch irgendwann mal jemand getötet!«, gab Leon selbstsicher zurück.
Leons Vater brummte in seinen nicht vorhandenen Bart. »Ein Schlachter oder ein Ranger sind dafür da zu töten. Nicht aber ein Privatmann zum eigenen Vergnügen. Nicht einmal in diesen Zeiten.«
»Ja, ja, Dad, wir wissen alle, dass du ein erkorener Gegner der Jagd bist! Jetzt lass mich essen, verdammt!«
»Du sollst doch nicht fluchen, Junge!«, wusste seine Mutter sich einmal mehr über seine Ausdrucksweise zu beschweren. »Morgen kommst du mit in den Gottesdienst!«
Nicht fluchen, nicht schießen, nicht ficken. Was er alles nicht tun sollte, war kaum noch an einer Hand abzuzählen. Er schluckte seinen Ärger noch einmal hinunter und steckte sich widerwillig den nächsten Bissen in den Mund.
»Dieses Mal wirst du keine Ausrede erfinden, Sohn! Der Reverend wird sicher ein ernstes Wörtchen mit dir wechseln.«
»Dad!« Er verzog sein Gesicht, als hätte man ihn zum Putzen des stillen Örtchens verdonnert. Ihm graute vor der zu erwartenden Predigt.
»Keine Widerrede! Als rechtschaffener Bürger geht man sonntags in die Kirche, basta!«, hatte sein Vater wie immer das letzte Wort.
Leon hatte kaum aufgegessen, da verdrückte er sich schon wieder in den Laden, um nicht mehr streiten zu müssen. Dort hing er zwischen den Kundschaften dann ungestört seinen Gedanken nach. Seit heute Morgen drehten diese sich ausschließlich um den jungen Farmer und sein Aussehen. Auf seine eigene Weise war er schön. Die geschmeidigen blonden Locken und diese neckischen Sommersprossen auf dem Nasenrücken! Er konnte sich gar nicht sattsehen daran! Zum ersten Mal fühlte er diese Schmetterlinge im Bauch, von denen er schon so viel in Filmen gehört und auch gelesen hatte. Nichts konnte ihn aufhalten, nichts konnte ihn ärgern. Er war einfach nur glücklich. Und das den lieben langen Tag lang.
»Ich suche nach einem Geschenk für meine Mutter…«
Wie so oft in letzter Zeit, riss ihn eine Kundin aus den Tagträumen, die die Zeit für ihn im Flug vergehen ließen.
»Was haben Sie sich denn vorgestellt?«
»Es darf nicht mehr kosten als zehn Cent…« Das junge Mädchen blickte verlegen auf die Seite.
Leon zeigte ihr verschiedene Möglichkeiten und am Ende verließ die junge Frau mit einem Stickrahmen zufrieden das Geschäft. Ihr letzter Blick hatte eindeutig ihm gegolten. Dabei war ihm ganz seltsam zumute geworden. Offensichtlich hatte er in ihr eine neue Verehrerin gewonnen. Das passierte ihm öfters, aber er hatte sich die Mädchen bisher immer gut vom Leib zu halten gewusst, indem er ihnen erzählte, dass er bereits in Richmond eine Verlobte hätte. Das würde er auch dieses Mal hoffentlich wieder hinbekommen.


*

Den ganzen restlichen Tag lang war Max nicht mehr ansprechbar gewesen. Der Fasan war schließlich beim Abendessen auf den Tisch gekommen. Nie hatte ihm etwas besser geschmeckt. Seine Gedanken kreisten ständig um diese neuen Gefühle und was genau er davon halten sollte. Ansprechbar war er nicht gewesen. Seine Mutter hatte vergeblich versucht, ein Gespräch beim Essen mit ihm zu führen. Schließlich hatte Rosalie die Augen verdreht und ihm unterstellt, verliebt zu sein. Nicht einmal das hatte er registriert, sondern stattdessen Löcher in die Luft gestarrt. Erst als das Wort Kirche gefallen war, war er wieder zu sich gekommen.
»Hä?«
»Deine Mutter möchte, dass du uns morgen wieder zur Kirche begleitest, Max. Keine Widerrede!«
Verdutzt blickte er vom Teller auf. »Okay.«
»Ist das alles, was du dazu zu sagen hast?«, wollte seine Mutter von ihm wissen.
Max räusperte sich kurz. »Keine Widerrede hat es geheißen. Ich halte mich nur an die Vorgaben.« Glücklich sah er nicht gerade dabei aus, aber es blieb ihm ja nichts anderes übrig.
»Und zieh was Anständiges an! Du hast nicht umsonst einen teuren Anzug im Schrank hängen!«, meinte sie noch fürsorglich. Oder eher um ihren Ruf bedacht.
Max nickte versonnen. Er war schon wieder ganz woanders mit den Gedanken. Noch immer konnte er Leons Nähe förmlich körperlich spüren, wenn er zurück an den Jagdausflug dachte. Und jedes Mal wieder kribbelte es dabei wie wild in seinem Bauch. Er hatte fast Mühe, seine schmerzende Erregung in der Hose vor den anderen zu verbergen.
So schnell er konnte, verzog er sich zurück zu seiner Arbeit auf dem Feld, um nur ja aus dem Blickfeld der Familie zu verschwinden. Lange währte die Einsamkeit nicht, denn Rosalie brachte ihm eine Tasse Kaffee auf den Acker, was sie bisher noch nie gemacht hatte. Verwundert blickte er ihr gegen die Sonne entgegen.
»Hey, Brüderchen! Ich hab hier was für dich!«
Sie reichte ihm den Becher und er streckte die Hand aus, um ihr nach oben neben sich auf die Beifahrerbank zu helfen.
»Was verschafft mir die Ehre?«
»Nur so. Mir war langweilig.«
»Rosie, ich bin nicht blöd. Was willst du?«
»Muss ich immer was von dir wollen, wenn ich mal freundlich sein möchte?« Beleidigt zog sie eine Schnute. Damit wickelte sie ihn jedes Mal um den Finger.
Max seufzte geschlagen. »Dann danke ich dir für den Kaffee. Fährst du eine Runde mit?«
Sie nickte zufrieden. Ihre Verabredung mit einer Schulkameradin war wegen Krankheit abgesagt worden und sie hatte sonst nichts zu tun.
Zusammen pflügten sie das Feld, es rumpelte ordentlich auf dem Sitz, aber den beiden gefiel gerade das.
»Morgen in der Kirche solltest du aufpassen«, meinte Rosalie nach einer Weile stummer Zweisamkeit.
Max schmunzelte. »Ach ja? Worauf?«
»Lach nicht! Der Reverend hat eine Tochter im heiratsfähigen Alter und Dad findet, sie würde gut zu dir auf die Farm passen.«
»Die langweilige Clementine?«, rutschte ihm sofort entsetzt heraus.
»Genau die! Ich mag ja oft grässlich zu dir sein, aber das wünsche ich dir dennoch nicht.«
»Danke für die Warnung.«
»Mutter hat den Reverend und seine Familie letzten Sonntag für morgen Nachmittag zum Kaffee eingeladen. Du kommst also nicht aus. Ich fürchte, Clementine hat ein Auge auf dich geworfen.«
Abrupt trat Max auf die Bremse. Fast wären sie beide nach vorn übergekippt. »Bitte!?«
»Kaffee und Kuchen. Ich muss gleich rein und mich um den Kuchen kümmern. Soll ich zu viel Salz reintun?«, grinste sie schelmisch.
»Bloß nicht! Oh Gott! Wie werde ich die wieder los?«
»Wie wirst du sie sonst los? Die Mädchen, meine ich.«
»Gar nicht. So direkt ist noch keine auf mich zugekommen.«
»Dann würd ich mir schnellstens was einfallen lassen!«, gab sie altklug zurück und sprang vom Traktor herunter. Mit einem Zwinkern verabschiedete sie sich von ihrem Bruder, der schockiert auf dem Traktor sitzend zurückblieb.
Was, zum Teufel, sollte er sich da einfallen lassen? Man durfte ja auch nicht verletzend werden. Missmutig trat er wieder aufs Gas und übte sich bei der Arbeit in verbalen Abfuhren, statt wieder an Leon und seine samtweiche Haut an der Wange zu denken. Verdammt!


*

Der Anzug zwickte, Max fühlte sich scheußlich. Die Krawatte schnürte ihm fast die Kehle zu, er war definitiv schlecht gelaunt und immer noch nicht vorbereitet auf die Abfuhr, die er Clementine später vielleicht erteilen musste. Schon beim Eintritt in die Kirche, hatte der Reverend ihn mit einem extra netten Lächeln begrüßt. Am liebsten wäre er einfach geflüchtet. Seine Eltern unterhielten sich mit Nachbarn und alten Freunden, während Rosalie und er dumm daneben standen.
Endlich suchten sie sich einen Platz und setzten sich nebeneinander wie die Hühner auf der Stange. Als sein Blick ein paar Reihen weiter nach vorne wanderte, bemerkte Max zufällig den dunkelhaarigen Hinterkopf eines ihm sehr wohlbekannten jungen Mannes. Sein Herz hüpfte ihm vor Freude bis zum Hals hinauf. Ein Lichtblick! Auch wenn er sicher keine Zeit haben würde, sich mit Leon zu unterhalten. Dafür würden seine Eltern schon sorgen.
Leon hatte ihn noch nicht bemerkt, seine Augen waren streng nach vorn zum Altar gerichtet. Zum ersten Mal seit langer Zeit entschloss Max sich, freiwillig zur Kommunion zu gehen, nur um auf dem Rückweg in Leons Gesicht blicken zu können. Wie lächerlich man sich doch benehmen konnte! Er schämte sich für seine kleine Manipulation.
Aufmerksam verfolgte er neben seinen Eltern den Gottesdienst. Machte alles mit, sang an den richtigen Stellen und fühlte sich dennoch wie eine Marionette an Fäden. Erst als er auf dem Weg nach vorne war, um die heilige Kommunion zu empfangen, wurde er nervös und hatte Probleme mit dem Atmen. Nur jetzt nicht hyperventilieren! Er hatte das einmal bei seiner Mutter gesehen, als sie seine Großmutter zu Grabe getragen hatten, und es war kein schöner Anblick gewesen. Immerhin wusste er seitdem, dass man im Falle eines Falles nur in eine Tüte zu atmen brauchte, damit es einem wieder besser ging. Das hätte ihm jetzt gerade noch gefehlt.
Der Reverend lächelte ihm erneut hocherfreut über seine aktive Teilnahme am Gottesdienst zu, als er ihm die Hostie auf die Zunge legte. Max bedankte sich auf die übliche Weise und drehte sich um, um sich auf den Rückweg zu seinem Platz zu machen. Sein Blick streifte die umliegenden Besucher in den Kirchenbänken und blieb mit einem mal an Leon hängen. Der strahlte ihn mit großen Augen an und nickte unmerklich zur Begrüßung. Max nickte ebenso unauffällig zurück und schlich sich dann hinter seiner Familie wieder zu seinem Sitzplatz.
Mit Herzklopfen saß er da, sein Gehirn wie leergefegt. Es war kaum zu glauben, was dieser Junge für Gefühle in ihm auszulösen vermochte. Noch immer staunte er darüber wie ein kleines Kind zu Weihnachten. Wenn man es einmal zuließ, fühlte es sich einfach wundervoll an. Wie hatte er das nur so viele Jahre lang nicht bemerken können?
Ein paarmal drehte sich Leon tatsächlich während des Gottesdienstes zu ihm um und grinste verboten. Wenn er es nicht besser wüsste… Hoffentlich lag er mit seinen Vermutungen richtig, nichts wünschte Max sich sehnlicher. Auch wenn das viele Probleme und Heimlichkeiten nach sich ziehen sollte, das Kribbeln in seinen Eingeweiden, allein beim Anblick des anderen, schien jede erdenkliche Mühe wert.
Am Ausgang der Kirche verabschiedeten sich seine Eltern noch persönlich vom Reverend und nannten ihm drei Uhr als passende Zeit für einen Besuch draußen auf der Farm. Dieses Mal stand auch dessen Familie neben ihm und Clementine grinste verschämt in seine Richtung. Max nickte nur kurz dazu, verzog aber keine Miene. Bloß nicht noch ermutigen!
Zurück auf der Farm, wollte seine Mutter ihm noch einmal die gebräuchlichen Anstandsregeln eintrichtern, als ob sie noch nie Besuch von jungen Mädchen gehabt hätten. Seine Cousine und ihr Mann aus New York City waren auch schon ein paarmal dagewesen, er kannte sich definitiv aus mit den Benimmregeln für die oberen Zehntausend.
»Und lass die Ellbogen vom Tisch! Leg das Besteck immer richtig ab, auch wenn es nur die Kuchengabel ist!«
»Meine Güte, Mum! Ich bin doch kein Hobo!«
»Du bist ein einfacher Farmer und Clementine ist eine wohlerzogene junge Dame aus einem Pfarrhaushalt. Du musst einen guten Eindruck auf sie machen!«
»Sie gefällt mir überhaupt nicht!«, meinte er bestimmt. »Ich habe keine Lust ihr schöne Augen zu machen, wenn ich doch gar nichts von ihr will!«
»Du musst ja nichts überstürzen, Junge! Lern sie doch erst mal kennen! Sie ist wirklich nett. Und sehr höflich.«
»Und zu fett!«, schlug er noch einmal in die Kerbe.
»Max! Wie kannst du es wagen!« Empört schnappte seine Mutter nach Luft.
»Ihr könnt mich doch nicht einfach an die meistbietende verschachern, Herrgott noch mal!«
Sein Vater schlug krachend auf den Tisch. »Schluss damit! Sie wird dir eine gute Frau sein, also benimm dich gefälligst! Nicht jede ist gewillt mit dir auf der Farm zu leben und schwer zu schuften!«
»Genau. Clem sieht einfach nicht danach aus! Sie ist schon auf dem Pausenhof immer die Faulste gewesen! Ich erinnere mich noch gut an sie, niemand wollte sie in die Mannschaft wählen, weil sie so fett ist!«
»Sie ist nicht fett. Sie ist wohlgenährt. Das ist ein feiner Unterschied. Und sie kann viele gesunde Kinder bekommen. Basta!« Wütend starrte seine Mutter ihn an.
Bisher hatte Rosalie geschwiegen, doch jetzt erhob auch sie ihre Stimme. »Mutter, das kannst du Max doch nicht ernsthaft antun? Sie ist hässlich und … wirklich fett! Er hat was Besseres verdient!«
Sein Vater schüttelte energisch den Kopf. »Es wird Zeit, dass er sich um eine Frau kümmert! Er muss ja nicht sofort heiraten. Eine Verlobung tut es auch.«
»Ich bin doch erst siebzehn! Die Farm läuft uns doch nicht weg!«
»Je früher du dich umsiehst, umso besser! Du machst ja nicht einmal Anstalten, dich um eine Frau zu bemühen!«
»Hab ich nicht gesagt, dass ich mit Leon am Samstag zum Square Dance nach Richmond will? Wozu, glaubst du, fahren wir in die Stadt?«
»Dort findest du doch keine vernünftige Frau, Junge! Eine, die auf dem Hof hart arbeiten will«, meinte seine Mutter vernünftig.
»Dafür aber eine, die ich lieben kann! Oder so«, murmelte Max verzweifelt. Diese Clementine war ja vielleicht ganz nett, aber er ekelte sich geradezu vor ihr, wenn er nur an ihre blasse Haut und die strähnigen Haare dachte…





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