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Sonntag, 2. Oktober 2016

Leseprobe Mysterious Encounter #1

Heute gibt's Leseprobe #1 meines aktuellen Gay Romance Romans - 
Mysterious Encounter - Geheimnisvolle Begegnung 
Den Klappentext findet ihr im vorigen Post hier.  Hoffe, ihr findet Gefallen daran und freut euch auf mehr!  Leseproben #2 und #3 findet ihr weiter oben auf diesem Blog ;-)
Nun aber viel Spaß beim Lesen, freue mich über Rückmeldungen jeglicher Art. *zwinker*



~ № 1 ~

  

Heute war der schwärzeste Tag seines Lebens. Sein erster Roman The Lonesome Nightowl kam in die Buchläden und er konnte sich nicht einmal darüber freuen. Stattdessen saß er depressiv vor dem Computer und suchte verzweifelt nach den richtigen Worten. Seit einigen unglücklichen Zwischenfällen wusste er plötzlich Dinge über sich, die ihn nahezu vor Schreck erstarren ließen. Seiner derzeitigen Freundin Reba konnte er inzwischen nicht mehr in die Augen sehen, ohne zutiefst zu erröten, darum entschloss er sich lieber zu einem Ende mit Schrecken, als zu einem Schrecken ohne Ende. Sie hatte etwas Besseres verdient. Stundenlang brütete er jetzt schon über einem Abschiedsbrief an sie und kam doch zu keinem passablen Ergebnis. Noch einmal bewegte er seine kalten Finger über die Tastatur und seufzte nachdenklich.
Kaum hatte er den ersten Satz getippt, löschte er ihn auch schon wieder. Nichts wollte ihm gefallen oder der Situation auch nur irgendwie gerecht werden. Am Ende schrieb er einfach nur zwei Sätze und beließ es dabei, sie nicht über seine eigentlichen Gründe aufzuklären. Sie würde es sowieso nicht verstehen. Er verstand es ja nicht einmal selbst.
Kurz entschlossen warf er den Brief noch um halb elf Uhr abends in den nächstbesten Briefkasten und atmete erleichtert auf. Im selben Moment wurde ihm klar, dass die Reise jetzt erst beginnen sollte und er wahrscheinlich nie wieder derselbe sein würde. Seine Hände zitterten und ihm war eiskalt. Sein Weg führte ihn, ohne lange darüber nachzudenken, durch den verschneiten Central Park auf die andere Seite der Stadt zu Roxy, seiner besten Freundin seit der Schulzeit. Sie und er, das war wie Ying und Yang. Sie konnten nicht ohne einander und waren doch kein Liebespaar.
Roxy Fairbanks war eine junge, wild gelockte Rothaarige. Eine aufstrebende Theater-Schauspielerin am Broadway, weitläufig verwandt mit dem berühmten Douglas Fairbanks. Seit der College-Zeit waren sie ein Herz und eine Seele, denn sie war vom ersten Augenblick an von seinen Geschichten im Literaturkurs verzaubert gewesen. Manchmal hatte er sie im Verdacht, heimlich in ihn verliebt zu sein, aber dann wieder belehrte sie ihn regelmäßig eines Besseren, indem sie sich einen neuen Freund angelte, der ein paar Monate bei ihr verweilen durfte. Noch war sie nicht bereit, sich festzulegen, wie sie ihm jedes Mal nach einer Trennung wieder weiszumachen versuchte, dabei war das nur ihre Art mit dem Trennungsschmerz umzugehen. Er war dann der geeignete Kummerkasten und hörte ihr aufmerksam zu. Nicht zuletzt, um für seine Geschichten wertvolle Einblicke in das Liebesleben der Frauen zu gewinnen, wenn er ganz ehrlich war. Die Heldin seines ersten Romans war tatsächlich nach ihrem Vorbild entstanden und er hatte sie sogar nach ihr benannt. Roxy Malone. Na ja, nicht ganz.
Jetzt brauchte er sie allerdings, um ausnahmsweise einmal ihm zuzuhören, um seinen Kummer irgendwo los und getröstet zu werden. Seine ach so geplagten 28 Jahre hatten sich plötzlich in Millionen kleine Einzelteile gespalten und er war so durcheinander, dass er kaum noch vernünftige Sätze bilden konnte – weder auf dem Papier, noch verbal. Mit allem hatte er gerechnet, er hatte schon eine ganze Menge mitgemacht in seinem Leben, aber das? Das war selbst ihm zu viel und er kapitulierte vor seinem eigenen Schicksal. Jemand anderer musste ihn jetzt aus diesem Sumpf ziehen, oder er würde jämmerlich daran zugrunde gehen.
Ziemlich verunsichert klingelte er an Roxys Tür, atmete merklich schneller vor Aufregung. Was würde sie sagen? Von ihm denken? Oder tun? Konnte man ihm überhaupt helfen? Das alles wieder in Ordnung bringen, damit er normal weiterleben konnte? So viele Fragen, so wenige Antworten. Er zitterte am ganzen Körper und schwitzte trotz der Eiseskälte draußen.
»Komm rein, es ist offen!«, hörte er sie schließlich im dritten Stock gut gelaunt durch die geschlossene Wohnungstür rufen, nachdem er sich unten vorher über die Sprechanlage schon angekündigt hatte.
Er stand kaum in ihrem Apartment, da fiel sie ihm auch schon um den Hals und drückte ihn freudig an sich.
»Hey, Großer! Was verschafft mir die Ehre zu so später Stunde?«
Ihre Zähne blitzten so weiß wie frisch gefallener Schnee und er konnte nicht umhin, sie wunderschön zu finden. In einem alten Pyjama und dicken Wollsocken mit hochgesteckten Haaren und dieser schwarzen Nerd-Brille sah sie einfach super süß aus, das musste man ihr neidlos zugestehen.
»Können wir reden? Ernsthaft?« Seine Stimme zitterte.
»Oh... Natürlich. Was ist passiert, Aaron?«
Verwirrt blickte sie ihn mit dieser unglaublich riesigen Brille an und führte ihn dann zielstrebig zu ihrer Couch im Wohnzimmer. Als er schließlich saß, zog er den dicken Wintermantel aus und legte seinen Schal ab. Noch immer waren weiße Flocken darauf zu erkennen.
»Ich koche uns Tee. Oder willst du lieber Kaffee?«, fragte sie durch die Küchentür, die eigentlich nur aus einem windigen Vorhang bestand. New York war teuer und wer wusste das besser als er?
»Tee wäre gut. Danke.«
Wie sollte er bloß anfangen? In seinem Gehirn herrschte so etwas wie gähnende Leere. Ihm fehlten einfach die Worte, um sein Problem irgendwie zu erklären, ohne sein Gegenüber postwendend vom Sofa kippen zu lassen.
Als sie mit der Teekanne und zwei Tassen zurückkam, fühlte er sich sofort irgendwie umsorgt und beschützt. Sie setzte sich neben ihn und sah ihn abwartend an, während der Tee noch ziehen musste. Jetzt musste er wohl oder übel etwas sagen. Konversation machen, wie man es von einem jungen Mann erwartete, wenn er zu Besuch bei seiner besten Freundin war.
»Versprich mir, dass du nicht…«, begann er unsicher, schluckte seinen Speichel nervös wieder hinunter.
»Du kannst mir alles sagen, das weißt du.«
»Ja, ich weiß.« Sein Blick verfing sich in ihrem. »Es ist… Zufällig habe ich heute Morgen etwas gefunden.« Wieder machte er eine bedeutsame Pause. Es war einfach zu ungeheuerlich. Noch immer sinnierte er über die Bedeutung seiner unerwarteten Entdeckung.
»Aha. Und was genau hast du gefunden?«
»Einen Schlüsselbund. In einem fremden Anzug.«
»Und? Ich meine, wo?«
»Also…« Es fiel ihm so verdammt schwer. »Es ist aus mit Reba. Ich habe Schluss gemacht.«
Ihre grünen Augen verfolgten ihn geradezu. Sie fragte sich sicher, was er eigentlich damit sagen wollte, denn eine Antwort auf ihre Frage war das nicht gewesen. Genau wusste er das allerdings selbst noch nicht, aber er hatte jetzt zumindest eine Theorie, nachdem er den Anzug gesehen und den Namen auf dem Schlüsselbund gelesen hatte…








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