Heute gibt's Leseprobe #1 meines aktuellen Gay Romance Romans -
Mysterious Encounter - Geheimnisvolle Begegnung
Den Klappentext findet ihr im vorigen Post hier. Hoffe, ihr findet Gefallen daran und freut euch auf mehr! Leseproben #2 und #3 findet ihr weiter oben auf diesem Blog ;-)
Den Klappentext findet ihr im vorigen Post hier. Hoffe, ihr findet Gefallen daran und freut euch auf mehr! Leseproben #2 und #3 findet ihr weiter oben auf diesem Blog ;-)
Nun aber viel Spaß beim Lesen, freue mich über Rückmeldungen jeglicher Art. *zwinker*
~ № 1 ~
Heute
war der schwärzeste Tag seines Lebens. Sein erster
Roman The Lonesome Nightowl kam in die Buchläden und er konnte
sich nicht einmal darüber freuen. Stattdessen saß er depressiv vor dem Computer
und suchte verzweifelt nach den richtigen Worten. Seit einigen unglücklichen Zwischenfällen
wusste er plötzlich Dinge über sich, die ihn nahezu vor Schreck erstarren
ließen. Seiner derzeitigen Freundin Reba konnte er inzwischen nicht mehr in die
Augen sehen, ohne zutiefst zu erröten, darum entschloss er sich lieber zu einem
Ende mit Schrecken, als zu einem Schrecken ohne Ende. Sie hatte etwas Besseres
verdient. Stundenlang brütete er jetzt schon über einem Abschiedsbrief an sie
und kam doch zu keinem passablen Ergebnis. Noch einmal bewegte er seine kalten
Finger über die Tastatur und seufzte nachdenklich.
Kaum hatte er den ersten Satz
getippt, löschte er ihn auch schon wieder. Nichts wollte ihm gefallen oder der
Situation auch nur irgendwie gerecht werden. Am Ende schrieb er einfach nur
zwei Sätze und beließ es dabei, sie nicht über seine eigentlichen Gründe
aufzuklären. Sie würde es sowieso nicht verstehen. Er verstand es ja nicht
einmal selbst.
Kurz entschlossen warf er den Brief
noch um halb elf Uhr abends in den nächstbesten Briefkasten und atmete
erleichtert auf. Im selben Moment wurde ihm klar, dass die Reise jetzt erst
beginnen sollte und er wahrscheinlich nie wieder derselbe sein würde. Seine
Hände zitterten und ihm war eiskalt. Sein Weg führte ihn, ohne lange darüber
nachzudenken, durch den verschneiten Central Park auf die andere Seite der
Stadt zu Roxy, seiner besten Freundin seit der Schulzeit. Sie und er, das war
wie Ying und Yang. Sie konnten nicht ohne einander und waren doch kein
Liebespaar.
Roxy Fairbanks war eine junge, wild
gelockte Rothaarige. Eine aufstrebende Theater-Schauspielerin am Broadway, weitläufig
verwandt mit dem berühmten Douglas Fairbanks. Seit der College-Zeit waren sie
ein Herz und eine Seele, denn sie war vom ersten Augenblick an von seinen
Geschichten im Literaturkurs verzaubert gewesen. Manchmal hatte er sie im
Verdacht, heimlich in ihn verliebt zu sein, aber dann wieder belehrte sie ihn
regelmäßig eines Besseren, indem sie sich einen neuen Freund angelte, der ein
paar Monate bei ihr verweilen durfte. Noch war sie nicht bereit, sich
festzulegen, wie sie ihm jedes Mal nach einer Trennung wieder weiszumachen
versuchte, dabei war das nur ihre Art mit dem Trennungsschmerz umzugehen. Er
war dann der geeignete Kummerkasten und hörte ihr aufmerksam zu. Nicht zuletzt,
um für seine Geschichten wertvolle Einblicke in das Liebesleben der Frauen zu
gewinnen, wenn er ganz ehrlich war. Die Heldin seines ersten Romans war
tatsächlich nach ihrem Vorbild entstanden und er hatte sie sogar nach ihr
benannt. Roxy Malone. Na ja, nicht ganz.
Jetzt brauchte er sie allerdings,
um ausnahmsweise einmal ihm zuzuhören, um seinen Kummer irgendwo los und
getröstet zu werden. Seine ach so geplagten 28 Jahre hatten sich plötzlich in
Millionen kleine Einzelteile gespalten und er war so durcheinander, dass er
kaum noch vernünftige Sätze bilden konnte – weder auf dem Papier, noch verbal.
Mit allem hatte er gerechnet, er hatte schon eine ganze Menge mitgemacht in
seinem Leben, aber das? Das war selbst ihm zu viel und er kapitulierte vor
seinem eigenen Schicksal. Jemand anderer musste ihn jetzt aus diesem Sumpf
ziehen, oder er würde jämmerlich daran zugrunde gehen.
Ziemlich verunsichert klingelte er
an Roxys Tür, atmete merklich schneller vor Aufregung. Was würde sie sagen? Von
ihm denken? Oder tun? Konnte man ihm überhaupt helfen? Das alles wieder in
Ordnung bringen, damit er normal weiterleben konnte? So viele Fragen, so wenige
Antworten. Er zitterte am ganzen Körper und schwitzte trotz der Eiseskälte
draußen.
»Komm rein, es ist offen!«, hörte
er sie schließlich im dritten Stock gut gelaunt durch die geschlossene
Wohnungstür rufen, nachdem er sich unten vorher über die Sprechanlage schon
angekündigt hatte.
Er stand kaum in ihrem Apartment,
da fiel sie ihm auch schon um den Hals und drückte ihn freudig an sich.
»Hey, Großer! Was verschafft mir
die Ehre zu so später Stunde?«
Ihre Zähne blitzten so weiß wie
frisch gefallener Schnee und er konnte nicht umhin, sie wunderschön zu finden.
In einem alten Pyjama und dicken Wollsocken mit hochgesteckten Haaren und
dieser schwarzen Nerd-Brille sah sie einfach super süß aus, das musste man ihr
neidlos zugestehen.
»Können wir reden? Ernsthaft?«
Seine Stimme zitterte.
»Oh... Natürlich. Was ist passiert,
Aaron?«
Verwirrt blickte sie ihn mit dieser
unglaublich riesigen Brille an und führte ihn dann zielstrebig zu ihrer Couch
im Wohnzimmer. Als er schließlich saß, zog er den dicken Wintermantel aus und
legte seinen Schal ab. Noch immer waren weiße Flocken darauf zu erkennen.
»Ich koche uns Tee. Oder willst du
lieber Kaffee?«, fragte sie durch die Küchentür, die eigentlich nur aus einem
windigen Vorhang bestand. New York war teuer und wer wusste das besser als er?
»Tee wäre gut. Danke.«
Wie sollte er bloß anfangen? In
seinem Gehirn herrschte so etwas wie gähnende Leere. Ihm fehlten einfach die
Worte, um sein Problem irgendwie zu erklären, ohne sein Gegenüber postwendend
vom Sofa kippen zu lassen.
Als sie mit der Teekanne und zwei
Tassen zurückkam, fühlte er sich sofort irgendwie umsorgt und beschützt. Sie
setzte sich neben ihn und sah ihn abwartend an, während der Tee noch ziehen
musste. Jetzt musste er wohl oder übel etwas sagen. Konversation machen, wie
man es von einem jungen Mann erwartete, wenn er zu Besuch bei seiner besten
Freundin war.
»Versprich mir, dass du nicht…«,
begann er unsicher, schluckte seinen Speichel nervös wieder hinunter.
»Du kannst mir alles sagen, das
weißt du.«
»Ja, ich weiß.« Sein Blick verfing
sich in ihrem. »Es ist… Zufällig habe ich heute Morgen etwas gefunden.« Wieder
machte er eine bedeutsame Pause. Es war einfach zu ungeheuerlich. Noch immer
sinnierte er über die Bedeutung seiner unerwarteten Entdeckung.
»Aha. Und was genau hast du
gefunden?«
»Einen Schlüsselbund. In einem fremden
Anzug.«
»Und? Ich meine, wo?«
»Also…« Es fiel ihm so verdammt
schwer. »Es ist aus mit Reba. Ich habe Schluss gemacht.«
Ihre grünen Augen verfolgten ihn
geradezu. Sie fragte sich sicher, was er eigentlich damit sagen wollte, denn
eine Antwort auf ihre Frage war das nicht gewesen. Genau wusste er das
allerdings selbst noch nicht, aber er hatte jetzt zumindest eine Theorie,
nachdem er den Anzug gesehen und den Namen auf dem Schlüsselbund gelesen hatte…

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