Ein langes Wochenende mit Regen steht einigen von uns bevor. Was gibt's da Besseres als Lesen?
Darum gibt's zwei meiner Bücher noch mal für lau über die Pfingstfeiertage!
Viel Spaß beim Lesen!
Inzwischen bin ich fleißig und schreibe weiter am neuen Roman! ;-)
Die garantiert unzensierten Ansichten einer introvertierten Autorenseele...
Samstag, 3. Juni 2017
Dienstag, 16. Mai 2017
Rebellion - Aufbruch nach New York - FIVE (Online Story zum Mitlesen)
Endlich hab ich ein neues Kapitel von REBELLION für euch ;-)
Die vorausgegangenen sind ebenfalls auf diesem Blog zu lesen. Kapitel 1/ONE findet ihr hier http://mariceleste2015.blogspot.de/2016/11/goodie-story-zum-mitlesen-rebellion.html
Die vorausgegangenen sind ebenfalls auf diesem Blog zu lesen. Kapitel 1/ONE findet ihr hier http://mariceleste2015.blogspot.de/2016/11/goodie-story-zum-mitlesen-rebellion.html
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Rating
P18
Kategorie
Gay Romance, Drama, History, Lemon
Zusammenfassung
Max und Leon, zwei Jungs aus Virginia/USA in den 30er Jahren aus einer kleinen Stadt namens Hopewell, entdecken ihre Gefühle füreinander und sind alsbald auf der Flucht in die Großstadt.
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REBELLION
Aufbruch nach New York
~ FIVE ~
Als der Wecker am Sonntagmorgen
unerbittlich klingelte, wollte Max es gar nicht wahrhaben. Er hatte kein Auge
zugemacht, nachdem er letzte Nacht Hals über Kopf davon gelaufen war. Sein
Gefühl wechselte von fürchterlicher Scham über blankes Entsetzen bis hin zu
totaler Schwärmerei und Liebeskrankheit. Er konnte sich kaum auf einen einzigen
Gedanken konzentrieren, geschweige denn den Stall ausmisten oder am
Frühstückstisch Platz nehmen und der Familie gegenübertreten. Sein ganzer
Körper schien unentwegt zu zittern.
»Max! Komm endlich,
der Stall wartet!«, hörte er seine Mutter irgendwann rufen. »Wer ausgehen kann,
kann auch arbeiten!«, fügte sie noch schadenfroh lachend hinzu.
Er zog sich die
Decke über den Kopf und stöhnte.
Fünf Minuten später
flitzte er an der Küche vorbei nach draußen, um seine Arbeit zu machen. Dabei
konnte er sich vielleicht noch ein wenig beruhigen und es würde ihm leichter
fallen, sich später mit allen zusammen an den Frühstückstisch zu setzen.
Immerhin, die Tiere
im Stall hatten weder Widerworte, noch hämisches Gelächter für ihn, als er
ihnen bei der Arbeit sein Herz ausschüttete. Irgendwo musste er seine Eindrücke
der letzten Nacht schließlich loswerden. Da waren ihm auch ein paar Kühe oder
Schweine recht.
»Wie war's denn
gestern so?«, überfiel ihn Rosalie prompt, kaum, dass er sich später beim
Frühstücken Kaffee eingeschenkt hatte.
»Interessant«,
murmelte er verschlafen. Er musste sich unbedingt bald wieder hinlegen, wenn er
nicht im Sitzen einschlafen wollte. Diese Stallarbeit war einfach nichts für
ihn. Er würde sich wohl nie daran gewöhnen, so früh aufzustehen und dann auch
noch körperlich schwer zu arbeiten.
»Was soll das denn
heißen?«, erkundigte sich sein Vater und ließ neugierig die Zeitung sinken.
»Ich bin hundemüde,
Dad. Hab kein Auge zugemacht. Und dann auch noch die Stallarbeit! Das haut den
stärksten Cowboy um! Verschieben wir das auf später, okay?«
»Hihi, er hat also
schon ein Mädchen getroffen und jetzt geht sie ihm nicht mehr aus dem Kopf!«
Rosalie stieß ihn schwungvoll in die Seite und er stöhnte schmerzhaft auf.
»Blöde Ziege!«,
brummte er genervt.
»Selber!«
»Hört auf, Kinder!
Wir gehen jetzt zusammen in die Kirche. Vielleicht erzählt Leon uns ja mehr von
gestern!«
Mit diesem Satz
hatte seine Mutter ihn sofort hellwach gemacht. Kirche?! Scheiße, nein! Seine
Kaffeetasse klapperte, als er sie zurück auf den Unterteller stellte. Nervös
betrachtete er seine Finger. Sie zitterten merklich. Aber er musste jetzt etwas
sagen, wenn er nicht mit in den Gottesdienst gehen wollte. Oder konnte.
»Kann ich
vielleicht ausnahmsweise einmal hierbleiben und mich noch ein bisschen
hinlegen? Ich fühle mich nicht gut.«
»Hast du Fieber?«
Seine Mutter griff ihm sofort besorgt an die Stirn. Er schlug ihre Hand
reflexartig weg. »Hey, junger Mann!«
»Wahrscheinlich hat
der junge Sickler ihn heimlich mit Alkohol abgefüllt! Als wenn ich es nicht
gewusst hätte! Der bedeutet nur Ärger, verdammt!«
»Dad!« Max wollte
das nicht auf sich sitzen lassen. »Ich bin nicht betrunken. Mein Magen rebelliert
schon seit ein paar Tagen. Vielleicht hab ich was Falsches gegessen.«
»Du kommst mit,
basta! Man muss sich sonntags in der Kirche sehen lassen!« Sein Vater kannte
kein Pardon.
Beim Reverend und
seiner widerlichen Tochter, meinte er wohl. Also würde er Leon doch begegnen
müssen. Und das nach gestern Abend! Noch immer wurde ihm heiß und kalt
zugleich, allein bei der Erinnerung daran. Wie sollte er ihm jemals wieder in
die Augen sehen? Er hatte ihn angefasst! Es war… einfach zu peinlich! Sicher
hatte er genau gespürt, dass… Es gab einfach keine Erklärung dafür, verdammt!
Missmutig saß er
schließlich neben seiner Schwester hinten im Wagen, während sie auf dem Weg zur
Kirche waren. Ihm war hundeelend. Sein Magen schien sich jede Sekunde umdrehen
zu wollen. Wenigstens hatte er so nicht gelogen, wenn er sich gleich vor aller
Augen übergeben musste.
Sie kamen als
Letzte in die Kirche. Jeder hatte seinen angestammten Platz und als Max sich
zwischen seinem Vater und Rosalie in die Bank zwängte, konnte er Leons Blick
ein paar Reihen vor sich genau auf sich spüren. Er traute sich nicht einmal
hochzublicken. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals hinauf und ihm war
mittlerweile speiübel.
Gerade als der
Reverend endlich auf der Bildfläche erschien und die Gemeinde sich zur
Begrüßung erhob, kotzte er geräuschvoll vor seine Füße. Alle um ihn herum
sprangen erschrocken beiseite, manche lachten, andere machten ein angewidertes
Gesicht und er selbst zwängte sich beschämt an seinen Eltern vorbei nach
draußen ins grelle Sonnenlicht, um frische Luft zu schnappen und sich von der
Peinlichkeit zu erholen. Was würden sie bloß alle von ihm denken? Es war ihm,
als würde die Welt untergehen, sich der Boden unter seinen Füßen auftun und ihn
einfach verschlucken wollen. Kreidebleich setzte er sich im Schatten einer
alten Eiche auf den spärlichen Rasen und blickte gestresst zur Kirchentür. Fast
musste er noch einmal würgen, nur mit Mühe und Not konnte er den Drang
bezwingen.
»Alles okay?«,
hörte er plötzlich vor sich eine wohlbekannte Stimme mit offensichtlich
unterdrücktem Lachen fragen.
Ihm war nicht
danach zu antworten, schon gar nicht nach oben in Leons Augen zu blicken. Ach,
könnte er doch einfach hier an Ort und Stelle sterben!
»Soll ich dich nach
Hause bringen? Du siehst ziemlich blass aus.«
Das auch noch!
Gleich würde er sich noch einmal auf Leons Schuhe übergeben! »Lass mich einfach
in Ruhe!«
»Ich hab
versprochen, mich um dich zu kümmern. Entweder du kommst wieder mit rein oder
wir fahren dich nach Hause.«
Wütend scharrte Max
mit dem Fuß im dürren Gras. Auf keinen Fall würde er sich von ihm nach Hause
bringen lassen. Das war doch genau, was er wollte – sich noch einmal über ihn
lustig machen!
»Ich komme wieder
mit rein«, meinte er beherrscht, ohne Leon auch nur einen Blick zu schenken.
Sein Leben war vorbei.
Kurz bevor sie die
Kirchentür wieder öffneten, hörte er ihn hinter sich flüstern.
»Tut mir leid, wenn
ich dich erschreckt haben sollte. Ich meine gestern Nacht. Es ist einfach mit
mir durchgegangen.« Dabei berührte er Max ganz leicht an der Schulter.
Wieder kämpfte Max
mit den Schauern, die durch seinen Körper rieselten, sobald der andere ihm auch
nur entfernt zu nahe kam. Vielleicht hatte er ihm Unrecht getan? Zumindest
hatte er gerade aufrichtig geklungen.
»Deine Leute sitzen
jetzt ganz hinten, du hast die Bank ja gehörig versaut.« Leon zeigte auf Max‘
Familie, die sichtlich reumütig auf ihn starrte, als er sich nun wieder zu
ihnen gesellte.
Nachdem auch Leon
wieder an seinem Platz saß, machte der Reverend weiter mit der Predigt. Max
harrte stumm neben seiner Familie auf der Bank aus, um zuzuhören. Ein bisschen
besser ging es ihm zumindest, seit Leon sich für sein Benehmen am Vortag
entschuldigt hatte.
Nur gut, dass sie
in der letzten Reihe waren, so konnte er sich nach dem Gottesdienst ohne viel
Aufhebens aus dem Staub machen. Ihm war nach einem langen, einsamen Spaziergang
zumute, auf dem er gründlich nachdenken und wenn nötig, auch gern ungestört
noch einmal kotzen konnte. Wie sich das für einen jungen Mann gehörte.
Zum Glück musste er
Leon nicht noch einmal unter die Augen treten, das hätte er beileibe nicht
fertiggebracht. Es war also einfach mit
ihm durchgegangen? Was denn genau? Ihn zu brüskieren? Sich lustig über ihn
zu machen? Oder die eigenen Gefühle? Max‘ Gedanken drehten sich im Kreis. Wie
er es auch betrachtete, er kam immer zu demselben Ergebnis. Nämlich, dass er
keine Ahnung hatte, was dieser kleine Übergriff wirklich zu bedeuten hatte.
Außer, dass er ihn gefühlsmäßig so aufgemischt hatte, dass er sich nicht einmal
mehr auf Kleinigkeiten konzentrieren konnte.
Eine Weile saß er
noch an seinem Lieblingsplatz am Teich und versuchte, wenigstens die Sache in
der Kirche zu vergessen. Sein Magen knurrte inzwischen gewaltig, er hatte
schließlich sein Frühstück unfreiwillig wieder hergeben müssen. Als er schon
auf dem Weg zurück zum Farmhaus war, kam Rosalie ihm gut gelaunt
entgegengehüpft. Bestimmt würde sie ihn jetzt auch noch aufziehen.
»Du sollst zum Essen
kommen! Mum macht sich schon Sorgen!«
»Schon auf dem Weg,
wie du siehst.«
»Fühlst du dich
besser?«
»Rosie, mir geht es
wieder gut. Ich habe Hunger wie ein Bär.«
»Mann, du hättest
die Leute sehen sollen heute Morgen, als du dich übergeben hast! Wie die
aufgescheuchten Hühner! Mum hat mit Hilfe einiger anderer Frauen schnell dein
Malheur beseitigt. Gott, war das peinlich!«
»Tut mir ja leid
für dich, aber ich konnte es nicht mehr zurückhalten.«
»Ekelig! Mach das
bloß nie wieder!« Sie rümpfte die Nase.
Max schüttelte nur den
Kopf über sie und stapfte neben ihr her auf das Farmhaus zu. Er war kaum durch
die Tür, als sein Vater ihn zum erst kürzlich angeschlossenen Telefon rief. Wer
wohl für ihn angerufen hatte?
»Ich bin‘s. Wollte
nur hören, ob du dich inzwischen besser fühlst.«
Leon.
Verdammt.
Der ließ einfach
nicht locker!
»Geht so. Ich muss
jetzt essen.«
»Guten Appetit!
Lass dich mal wieder sehen! War ein schöner Abend gestern. Und… Es tut mir
wirklich leid, wenn ich dich überrumpelt haben sollte. Freunde?«
Kurz überlegte Max,
ihn doch noch zu enttäuschen. »Freunde! Bis dann!« Schnell legte er auf, wollte
keine Antwort mehr darauf hören. Bevor er es sich noch einmal anders überlegte.
Allem Anschein nach
hatte Leon es wirklich nicht böse gemeint. Vielleicht sollte er ihm noch eine
zweite Chance geben, doch noch gute Freunde zu werden. Was immer das bedeuten
mochte… Mit jemandem befreundet zu sein hatte sich bisher immer irgendwie
anders angefühlt. Bei Leon hingegen verspürte er immer den Drang, ihm nahe und
zugleich möglichst weit entfernt von ihm zu sein. Sicher war nur eines: Je
näher er ihm kam, umso nervöser wurde er. Für heute war es jedenfalls genug. Er
musste sich noch um seine anderen Aufgaben auf der Farm kümmern und wollte sich
nicht weiter den Tag mit Grübeleien verderben lassen, wenn es schon keinen
richtigen Sonntag für ihn als Farmer geben sollte.
*
»Muss das denn schon wieder sein?!«,
maulte er seinen Vater an, als der ihn am nächsten Tag bat, mit ihm in die
Stadt zum Laden zu fahren. »Das kannst du doch auch allein!«
»Ich hoffe, dass
ich mit deiner Hilfe alles gleich nach Hause transportieren kann. Also, es muss
sein!«
Er war auch nie um
eine Ausrede verlegen, dachte Max genervt. Dabei ging es ihm wohl nur darum,
ihn ständig mit Arbeit zu beschäftigen, dass er nur ja keine Minute still am
See sitzen konnte, um seinen Tagträumen hinterherzujagen. Verflucht noch eins!
»Was, zum Teufel,
brauchen wir denn schon wieder so dringend?«
»Es gibt da ein
neues Pflanzenschutzmittel auf dem Markt, hab in der Zeitung davon gelesen. Sickler
hat mir ein paar große Kanister davon bestellt. Wäre doch gelacht, wenn ich die
Ernte damit nicht verbessern könnte!«
Dagegen ließ sich
vermutlich kein Argument finden. Max fügte sich seinem alten Herrn und hoffte,
dass Leon nicht im Laden anwesend war, weil er gerade etwas auszuliefern hatte.
Die Chancen standen gut.
Auf der ganzen
Fahrt saß er still neben seinem Vater und blickte auf die blühende Natur in der
Ferne. Je näher sie der Stadt kamen, umso weniger grüne Wiesen und urbare
Felder waren zu sehen. Normalerweise hätte er sich ebenfalls Gedanken gemacht,
wie man die Farm wirtschaftlicher machen konnte, ob nun expandieren oder neu
investieren das richtige wäre, was auch immer. Aber seit einiger Zeit waren
seine Gedanken immer nur bei einer Sache: Leon Sickler und dessen
charismatischer Aura. Nicht zu vergessen, sein extrem gutes Aussehen und der
vollendete Körperbau.
Was würde Leon dazu sagen, was würde Leon davon halten
oder was würde Leon damit machen, waren die ewig gleichen Fragen, die in
seinem Kopf umherschwirrten. Er konnte es einfach nicht abstellen. Mochte er
sich auch noch so sehr anstrengen.
Als sie zusammen
den Laden betraten, war von dem jungen Sickler weit und breit nichts zu sehen.
Erleichtert atmete Max auf. Während sein Dad Mr. Sickler Senior über den
Ladentisch hinweg mit seiner Bestellung nervte, sah er sich einfach mal im
Laden um. Zu seinem Glück fiel sein Blick dabei auch einmal zufällig auf die
Eingangstür, weshalb er Clementine mit dem Reverend noch rechtzeitig
hereinkommen sah, um sich hinter einem der Regale zu verstecken. Dieser blöden
Kuh wollte er auf keinen Fall noch einmal freiwillig begegnen. Wenn er Glück
hatte…
»Findest du dich
nicht ein wenig lächerlich?«
Verdammt!
Ertappt drehte er
sich zu ihr um. Clementine grinste verschlagen. Das war ja nicht neu, aber
trotzdem fürchtete er sich vor ihr. Sein Mund war trocken, er hatte Herzrasen
der üblen Sorte und suchte dringend nach Worten, um ihr den Wind aus den Segeln
zu nehmen.
»Wie meinen?«,
druckste er verlegen herum. Reiß dich zusammen, verdammt! Die ist doch nur eine
dumme Kuh, die scharf auf dich ist!
»Ich finde dich
überall. Du hast keine Chance.« Hocherhobenen Hauptes stapfte sie davon
Richtung Ladentheke.
»Was ist denn der
für eine Laus über die Leber gelaufen?«
Wieder drehte Max
sich erschrocken um. Da stand er. Ganz ohne Vorwarnung.
Heute war nicht
sein Tag.
Ganz und gar nicht.
»Sie ist hinter mir
her«, machte er den Versuch einer Erklärung.
Leon stutzte kurz.
»In romantischer Art und Weise?«
Sein breites
Grinsen ließ sich kaum missverstehen. Max schluckte seinen Stolz hinunter und
versuchte sich an einer Unterhaltung.
»Du hast es
erfasst.« Peinlich berührt zupfte er sich das Hemd in der Hose zurecht.
Leon nickte
wissend. »Die wirst du nicht mehr los, fürchte ich.«
»Dafür werde ich
schon sorgen!«
»Man darf also
gespannt sein. Ich hoffe, du sagst ihr nicht, dass ich dir lieber wäre?« Wieder zeigte Leon ihm sein breites Grinsen.
»Das könnte dir so
passen!«, entgegnete Max schlagfertig. Er war richtig stolz auf seine Antwort.
Jetzt hatte er es ihm aber gegeben!
»Schade. Hätte
gerne ihr Gesicht dabei gesehen!«
Sie blickten sich
kurz an und prusteten dann gemeinsam los. Die Vorstellung von Clementines offenem
Entsetzen in den Augen war einfach zu gut, um sich nicht gemeinsam darüber lustig
zu machen. Allerdings hätten sie dann beide nichts mehr zu lachen und müssten
Angst vor Verfolgung haben. Ihr Vater war immerhin der Reverend.
»Sohn!«, rief Leons
Vater von der Ladentheke nach seinem Ableger.
Leon verdrehte kurz
die Augen und stapfte dann gehorsam zu seinem Dad und Max‘ Vater nach vorne.
»Du hast morgen eine Lieferung raus zur Jenkins Farm!«, setzte sein Vater noch
hinzu, als er die beiden erreichte.
Leons Miene hellte
sich sofort auf, denn das bedeutete ein unvorhergesehenes Treffen mit Max. Der
wiederum wurde glatt eine Nuance bleicher, als er das hörte. Auf diese Weise
konnte er Leon nicht mehr ausweichen.
»Lust auf ein
bisschen Jagd wie neulich?«, versuchte Leon raffiniert die Situation für sich
zu entscheiden.
Max hustete
überrumpelt. »Ähm, wenn ich Zeit habe. Die Ställe machen sich nicht von
allein.« Dabei blickte er hoffnungsvoll auf seinen Vater. Allein mit Leon in
der Wildnis war zwar verlockend, aber zugleich auch mehr als erschreckend für
ihn.
»Ich hätte nichts
gegen ein gutes Abendessen. Zielen müsst ihr schon selbst.«
Jetzt fiel ihm sein
Dad auch noch in den Rücken! »Aber verlasst euch nicht drauf, zusammen sind wir
nicht so gut, wie wenn ich alleine draußen im Wald rumschleiche«, gab er
missmutig zurück.
Die beiden Männer
besiegelten den Deal mit Handschlag, sein Vater zahlte im Voraus. Als sie
zusammen den Laden verließen, zwinkerte Leon ihm noch einmal unauffällig zu und
grinste dabei bis über beide Ohren.
»Ich bin schon ganz
heiß auf die Jagd!«, rief er ihm noch provozierend hinterher.
Max verschluckte
sich fast an seiner eigenen Spucke, als er über die Türschwelle nach draußen
stolperte. Amüsiertes Gelächter begleitete ihn bis zum Wagen seines Vaters.
Die wildesten
Fantasien geisterten während der ganzen Heimfahrt durch seinen Kopf. Ihn
fröstelte und er schwitzte zugleich. Wenn das immer so wäre, wenn man sich zu
jemandem hingezogen fühlte, dann konnte er dankend darauf verzichten. Sein
Magen rebellierte erneut und der Darm wollte sich auch schnellstmöglich
entleeren.
»Dass du mir ja
nicht zu viel Zeit mit diesem Sickler verbringst! Der hat doch nur Flausen im
Kopf! Sein Vater sollte ihm mal gehörig die Leviten lesen!«
»Keine Sorge, Dad.
Ich weiß schon mit ihm fertig zu werden.« Was redete er denn da, verdammt noch
mal?!
»Das hoffe ich für
euch beide. Sonst hast du ihn zum letzten Mal getroffen, dafür werde ich schon
sorgen!«
Darüber ärgerte
sich Max nun doch. Sein Zorn flammte erneut auf, als sie aus dem Wagen stiegen
und der Vater gegenüber seiner Mutter von diesem
Taugenichts aus dem Laden sprach. Wie neuerdings immer, war er hin- und
hergerissen zwischen Verteidigung und Zustimmung. Mit Schrecken blickte er auf
den morgigen Tag und seine erneute Begegnung mit Leon, dem sogenannten Taugenichts aus dem Laden. Wenn er Glück
hatte, war er gerade irgendwo auf dem Feld unterwegs und würde ihm erst gar
nicht begegnen. Jagd hin oder her. Arbeit ging vor. Jedenfalls für seinen Dad.
Montag, 13. Februar 2017
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Sonntag, 15. Januar 2017
Rebellion - Aufbruch nach New York - FOUR (Online Story zum Mitlesen)
Und schon hab ich Teil 4 für euch!
Vorangegangene Teile ebenfalls hier auf diesem Blog zu finden ;-)
Viel Spaß beim Lesen!
P18
Kategorie
Gay Romance, Drama, History, Lemon
Zusammenfassung
Max und Leon, zwei Jungs aus Virginia/USA in den 30er Jahren aus einer kleinen Stadt namens Hopewell, entdecken ihre Gefühle füreinander und sind alsbald auf der Flucht in die Großstadt.
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REBELLION
Aufbruch nach New York
~ FOUR ~
Mit roten Wangen saß Clementine auf
dem Sofa im Wohnzimmer der Jenkins Farm. Der Reverend und seine Frau
unterhielten sich angeregt mit Max‘ Eltern. Rosalie schenkte noch einmal Kaffee
nach und bot den Gästen vom selbstgebackenen Apfelkuchen an. Clementine lehnte
dankend ab, was Max noch mehr Sorgen bereitete. Sie schien sich also schon auf
ihre neue Rolle zu freuen und wollte sich für ihn von ihrer besten Seite
zeigen. Sogar die langen, blonden Haare waren heute einigermaßen schön. Was für
ein Wahnsinn!
»Greif zu, Clem!
Nur keine Scheu!«, versuchte er, sie irgendwie aus der Reserve zu locken. Ein
bisschen sarkastisch hatte es schon geklungen, fand er im Nachhinein.
Das junge Mädchen
errötete bis unter die Haarwurzeln, lehnte aber erneut mit einem Kopfschütteln
ab. Dummerweise wollte Max das nicht gelten lassen und drängte ihr einfach ein
Stück auf, indem er es persönlich mit der versilberten Kuchengabel auf einen
Teller legte und an ihren Platz brachte. Sie schenkte ihm ein säuerliches
Lächeln und begann mit der Gabel darin herumzustochern.
Er beobachtete sie
genau, während ihre Eltern sich unterhielten, Höflichkeitsfloskeln austauschten
und über die Zukunft ihrer Kinder sprachen, ohne diese persönlich dazu
anzuhören. Erst als sein Vater ihn direkt auf Clementines hübsches Aussehen
heute ansprach, erwachte er aus seiner Starre und blickte in die
erwartungsvollen Augen des jungen Mädchens.
»Mhm.« Mehr wollte
und konnte er nicht dazu sagen. Selbst wenn er sie wirklich attraktiv gefunden
hätte, wäre ihm in diesem Moment jedes Wort im Hals stecken geblieben.
»Warum zeigst du
Clementine nicht ein wenig die Farm, Junge?«
Er hätte seinen
Vater am liebsten dafür geohrfeigt. »Muss das sein?«
Wider Erwarten
räusperte sich das junge Mädchen nun doch. »Es würde mir gefallen, wenn du mich
ein wenig herumführst, Max.«
Er saß in der
Falle. Vielleicht hatte er noch kein Radar für schwule Männer, aber ganz sicher
eins für liebestolle junge Mädchen ohne Schamgefühl! Verdammt! Mit einem
Kopfnicken bedeutete er ihr, ihm nach draußen zu folgen und Clementine machte
sich zufrieden grinsend auf den Weg. Als ob er dabei wäre, sie auf einem
riesigen Grundbesitz mit feudalem Wohnhaus herumzuführen, dachte Max, innerlich
den Kopf über sie schüttelnd.
Wie hatte er sich
nur so in ihr täuschen können? Kaum waren sie im Pferdestall verschwunden, kam
sie auch schon dicht an ihn heran und säuselte ihm verliebt ins Ohr.
»Hast du schon mal
ein Mädchen geküsst?«
Max blieb verdutzt
stehen. »Natürlich!«, log er geradeheraus.
Sie spitzte prompt
ihre Lippen und wartete darauf, dass er die Initiative ergriff. Worauf hatte er
sich da nur eingelassen? Entschieden stapfte er voran zur ersten Box und sprach
mit seinem Pferd.
»Na, Storm, mein
Lieber? Alles klar bei dir?«
Abrupt öffnete
Clementine ihre Augen und marschierte resolut auf ihn zu. Jetzt war sie rot vor
Wut statt vor Verlegenheit. Ihre bisher gute Erziehung verbot ihr jedoch, ihn
darauf anzusprechen, also machte sie gute Miene zum bösen Spiel und stieg auf
sein Gespräch mit dem Hengst ein.
»Was für ein
Schöner bist du denn? Richtig majestätisch! Gehört er dir, Max?«
»Er ist mein bester
Freund. Hast du auch ein Pferd?«
»Leider nicht. Kann
ich mal auf seinen Rücken?«
»Nicht ohne
Reit-Erfahrung. Storm ist ein bisschen empfindlich mit Mädchen.« Dabei war er
der liebste Gaul auf Erden, aber Max wollte auf keinen Fall, dass dieses
schwergewichtige Mädchen sich auf seinen zarten Rücken schwang. Auch wenn er
sie leicht getragen hätte, es musste einfach nicht sein.
»Schade. Dann führ
mich weiter rum! Der Pferdestall kann ja nicht schon alles gewesen sein.«
Wenn sie sich in
den Kopf gesetzt hatte, dass er reich wäre, dann lag sie definitiv falsch.
»Äcker und Wiesen. Da gibt’s nicht mehr viel Aufregendes zu sehen.«
»Dann lass uns
spazieren gehen! Ich würde mir gerne ein bisschen die Beine vertreten nach dem
schweren Apfelkuchen vorhin!« Sie lächelte selbstgefällig und hakte sich frech
bei Max unter. »Komm schon!«
Es blieb ihm nichts
anderes übrig, also spazierte er mit ihr an seinen Lieblingsplatz zum Angeln,
einem kleinen Teich nicht allzu weit entfernt. Eine riesige Virginia-Eiche
stand an seinem Ufer und spendete den nötigen Schatten. Clementine war
offensichtlich ein wenig außer Atem und froh, endlich im Schatten des großen Baumes
Platz nehmen zu können.
»Schön ist es hier!
Kommst du mit allen Mädchen hierher?«, fragte sie mit schamlosem Grinsen im
Gesicht.
Max schluckte
erneut vor Verlegenheit. Lügen hatten bekanntlich kurze Beine, deshalb wollte
er jetzt doch bei der Wahrheit bleiben.
»Bis jetzt noch mit
keiner.« Eine zarte Röte überzog seine Wangen, denn eigentlich wäre er seit
kurzem gerne mit Leon hierhergekommen. Einer seiner heimlichen Träume.
Dass Clementine das
falsch verstehen könnte, war ihm erst gar nicht in den Sinn gekommen. »Dann bin
ich also die Erste? Ich fühle mich geschmeichelt!« Energisch klopfte sie mit
der Handfläche neben sich ins grüne Gras, auf dass er sich zu ihr setzen möge.
»Komm schon! Ich beiße nicht!«
Doch, das tust du,
wollte er sagen, verkniff es sich dann aber doch. Notgedrungen ließ er sich
neben ihr auf dem Boden nieder und pflückte einen Grashalm, um gedankenverloren
darauf herumzukauen. Am liebsten hätte er sie einfach hier sitzen lassen und
wäre zurück zum Haus gelaufen.
Noch bevor er überhaupt
wusste, wie ihm geschah, hatte sie ihm ihren Arm um die Schultern geschlungen
und drückte ihm einen feuchten Schmatz auf die Wange. »Du gefällst mir wirklich
sehr!«, meinte sie danach mit breitem Grinsen.
Max wollte nicht
den Kopf drehen, er würde ohne Zweifel Gefahr laufen, dass sie ihre Lippen
sofort auf die seinen legte, und starrte weiter auf die Wasseroberfläche,
während er mit einem dicken Kloß im Hals versuchte, ihr zu antworten.
»Aha.« Es wollte
ihm einfach nichts Besseres einfallen.
»Findest du mich
hübsch?«
Wie zum Teufel
sollte er da bloß wieder rauskommen? Weiber! Kein Wunder, dass er sich noch nie
für sie interessiert hatte! Verzweifelt suchte er nach den richtigen Worten, um
nicht unhöflich zu sein oder sie gar zu verletzen. Das hätte sein Vater ihm mal
beibringen sollen, bevor er sich nach einer Braut für ihn umsah! Verdammt!
»Ich weiß nicht.«
»Wie, du weißt
nicht?!« Man konnte förmlich hören, dass sie gleich sehr böse werden würde.
»Du bist eben nicht
so ganz mein Fall, denke ich…«, murmelte Max verlegen. Vermutlich würde sie ihm
zum Dank in der nächsten Sekunde ihre kleine Handtasche über den Schädel
ziehen.
Clementine
schnappte hörbar nach Luft. »Ach was! Was ist denn dein Fall?!«
»Eine weniger
Aufdringliche vielleicht!«, rutschte es ihm nun doch noch heraus. Das war noch
das Harmloseste, das er ihr sagen konnte.
»Das erzähle ich
meinem Dad!« Eingeschnappt rappelte sie sich mühsam vom Boden hoch und verließ
mit stürmischen Schritten und wehendem Haar den Schauplatz. »Flegel!«, schrie sie
noch über die Schulter zurück.
Max rührte sich
nicht vom Fleck. Er war erleichtert und bestürzt zugleich. Sein Vater würde
nicht begeistert sein, wenn er davon erfuhr. Am liebsten wäre er gar nicht mehr
nach Hause gegangen, aber leider wartete noch Arbeit auf der Farm auf ihn. Und
Storm musste auch noch ausgeritten und gestriegelt werden. Ganz zu schweigen
vom Ausmisten des restlichen Pferdestalls.
Er saß noch lange
dort am Teich und dachte nach. Vermutlich waren Clementine und ihre Eltern
wutentbrannt nach Hause gegangen und er sollte sich die Schimpftirade seines
Vaters erst noch abholen. Immer wieder schweifte er gedanklich ab zu Leon und
wie hübsch er im Vergleich zu Clementine doch war. Hätte der ihn gefragt, ob er
ihn hübsch fände, dann hätte er allerdings auch nicht gewusst, was er sagen
sollte. Wie sprach man denn mit einem Jungen, der einem besonders gut gefiel?
Das war doch sicher alles total verpönt und wurde von niemandem akzeptiert…
»Hey, Bruderherz!
Dad lässt dir ausrichten, dass du jetzt getrost nach Hause kommen kannst! Er
hätte sich inzwischen wieder beruhigt.«
Erschrocken drehte
er sich zu Rosalie um. »Ist er sehr böse?«
»Auf einer Skala
von eins bis zehn? Ich würde sagen, so um die acht.« Ihre Augen leuchteten vor
Amüsement. »Ehrlich gesagt, als sie weg waren, hat er gemeint, sie wäre
tatsächlich eine ziemlich unangenehme Person und optisch absolut kein Hingucker.«
Max erhob sich
träge und brach in schallendes Gelächter aus. »Kein Hingucker? Das hat er
wirklich gesagt?«
»Ich schwöre bei
allem, was mir heilig ist! Mum hat sich in der Küche halb in die Hosen gemacht
vor Lachen!«
»Okay, dann komme
ich gern nach Hause. Rosie, sie ist ein Drachen! Da bleibt man gern allein, das
sag ich dir!«
»Inwiefern war sie
denn aufdringlich? Das wollte sie dem Reverend nämlich nicht genauer
erläutern.«
»Fragt mich, ob ich
sie hübsch fände! Küsst mich einfach ohne Vorwarnung auf die Wange! Rückt mir
einfach zu dicht auf den Leib! Ein Drachen eben!«
Rosalie kicherte
vergnügt. »Das war heute wohl deine Feuertaufe!«
»Mit reicht‘s erst
mal mit den Weibern! Egal, was Dad davon hält!«
»Er sucht sich
bestimmt schon eine neue Kandidatin für dich aus. In der Küche hat er Mum nach
Chrystal Connor gefragt. Die Tochter von der Connor Farm in Petersburg. Kennst
du die?«
Max dachte
fieberhaft nach. Irgendwoher kam ihm der Name bekannt vor. »Vielleicht… Ich
weiß nicht. Wenn ich diesem ganzen Scheiß entgehen will, muss ich mir wohl doch
noch eine Freundin zulegen… Verdammt!« Wie gewohnt schlug er sich, erschrocken über sein Fluchen, die Hand vor den Mund. »Verzeihung!«
»So sieht‘s aus,
mein Freund!« Wieder kicherte sie amüsiert. »Tut mir leid, aber du solltest mal
dein Gesicht sehen!«
»Vielen Dank auch!«
Beleidigt stapfte er davon.
Connor Farm? War
das nicht dieser Holzhandel? Ihm graute förmlich vor der nächsten arrangierten
Begegnung.
*
Wenn dieses wundervolle Auto Max nicht
beeindruckte, dann wusste er auch nicht! Leon setzte sich gut gelaunt hinters
Steuer und freute sich auf den Abend mit dem neuen Freund. Irgendwie würde das
Tanzen sie schon näher bringen, auch wenn man es in der Öffentlichkeit nicht
zeigen durfte. Da war er inzwischen erfinderisch genug!
Liebevoll
streichelte er über das Armaturenbrett des Twin Six. So einen schönen Wagen
hatte sonst niemand in dieser Gegend. Sie konnten sich das auch nur leisten
wegen der Erbschaft. Aber das musste ja niemand wissen. Neidische Blicke
verfolgten ihn jedes Mal, wenn er damit durch die Stadt fuhr und freundlich
durch die Scheiben grinste. Klar wusste er um sein gutes Aussehen, warum auch
nicht? Mädchenherzen erst höher schlagen zu lassen und sie dann zu enttäuschen
machte nun mal tierischen Spaß. Um den Schein zu wahren war er schließlich
gezwungen, manchmal die richtigen Spiele zu spielen. Es war ja nicht seine
Schuld, dass man Homosexualität nicht akzeptieren wollte. Da musste er eben
immer das Beste draus machen und sich nicht erwischen lassen.
In letzter Minute
hatten sie ihre Pläne geändert. Leon sollte Max mit dem Wagen auf der Farm
abholen, damit er dessen Dad noch etwas aus dem Laden vorbeibringen konnte. Das
hatte sein Vater zur Bedingung gemacht, um ihm das Auto für den Abend zu
überlassen.
Als er schließlich
demonstrativ auf der Farm vorfuhr, um sein Date abzuholen, wie sich das
gehörte, verspürte er tatsächlich einen Anflug von lächerlicher Romantik. Irgendwie
berührte Max sein Herz. Trotz allem.
Schwungvoll stieg
er aus, ein neues Messer für Mr. Jenkins‘ Sense in der Hand und ging
zielstrebig auf die Veranda zu. Er war noch nicht mal auf der ersten Stufe, da
kam auch schon ein junges Mädchen aus der Tür gestolpert und lief aufgeregt an
ihm vorbei auf den Wagen zu.
»Wow! Ist das ein
Schlitten! Kann ich mal ‘ne Runde mitfahren? Bitte!!!!«
Leon wollte ihr
gerade antworten, als Max auch schon vor ihm stand. »Entschuldige, das ist
Rosie, meine kleine Schwester. Du hattest noch nicht das Vergnügen.« Max
grinste mit hochroten Wangen.
Für einen kurzen
Moment blickten sie sich wortlos in die Augen. Es war, als wüssten sie beide,
was der andere gerade dachte.
»Bring deinem Dad
das neue Sensenmesser! Ich drehe inzwischen eine kleine Runde mit Rosie.« Ihren
Namen hatte er lauter ausgesprochen und prompt hüpfte das kleine Mädchen vor
Freude im Kreis.
Max tat wie ihm
geheißen. Sein Vater war hocherfreut über den Service und sah den jungen Mann
aus dem Laden gleich in einem ganz anderen Licht.
»Die wissen noch,
was Kundenfreundlichkeit bedeutet!«
Max nickte
verlegen. »Ich geh dann mal! Hoffentlich treffe ich nicht auf Clementine beim
Square Dance!«, rollte er mit den Augen.
Sein Vater lachte
herzlich und klopfte ihm auf die Schulter. »Du machst das schon, Junge! Nur
nicht kleinlich sein! Sie muss schon ein wenig robuster sein, wenn sie hier
mithelfen soll.«
»Immer dieselbe
alte Leier! Warum heirate ich dann nicht gleich einen Mann, Herrgott!« Kaum war
es raus, bereute er es auch schon wieder. Sein Teint wurde noch eine Nuance
dunkler, was seinem Vater Gott sei Dank in dem schummrigen Licht nicht
aufzufallen schien.
»Mach keine
albernen Witze, junger Mann! Hier geht es schließlich um deine Zukunft!«
Er nickte nur, dann
verließ er das Haus. Was für eine Scheißwelt!
Draußen stieg Rosie
gerade aus dem Twin Six und lief freudestrahlend auf ihn zu. »Das war ja so was
von aufregend! Ich hab mich gefühlt wie eine feine junge Dame! Dad muss uns
auch so einen besorgen!«
»Träum weiter,
Rosie!«, lächelte er sie bitter an und stieg dann zu Leon in den Wagen, der
bereits ungeduldig wartete.
»Wir müssen uns
beeilen, wenn wir noch etwas von dem Abend haben wollen!«, meinte Leon mit
einem Nicken in Rosies Richtung. »Sie ist süß. Wir sollten Amy und sie mal
zusammenbringen.«
Max hatte Leons
kleine Schwester schon im Laden gesehen und nickte ebenfalls. »Keine schlechte
Idee.«
Mit quietschenden
Reifen fuhr Leon vom Hof. Natürlich wollte er Max imponieren, wie jeder
unvernünftige junge Mann beim ersten Date. Es tat seine Wirkung, der junge
Farmer war beeindruckt von so viel Pferdestärken auf einmal. Es war gefährlich,
aber in gleichem Maße auch sehr betörend, mit solcher Geschwindigkeit unterwegs
zu sein.
»Ich hoffe, du hast
keine Angst, wenn ich fahre?«
Max schüttelte den
Kopf. »Du wirst schon wissen, was du tust. Ich bin jedenfalls schwer
beeindruckt.«
Leon lachte
schelmisch. Natürlich traute sich Max nicht ehrlich zu ihm zu sein, was die
Angst vor dem Fahrtwind betraf. Er selbst hätte auch gelogen, dass sich die
Balken biegen. Für den Rest der Fahrt hielt er sich an moderate
Geschwindigkeiten, schließlich wollte er ihn nicht schon vor der Tanzerei
verschrecken.
»Warst du schon mal
beim Square Dance?«
»Nein, bisher
nicht. Ich bin eigentlich nicht so wahnsinnig musikalisch«, gab Max unumwunden
zu. Er würde sich noch früh genug auf der Tanzfläche blamieren. Aber was nahm
man nicht alles in Kauf!
Leon grinste frech.
»Du schaffst das schon! Ich erkläre dir mal kurz die Regeln. Keinen Tabak
kauen, also auch nicht spucken. Deine Schuhe sind doch nicht genagelt? Das wäre
verboten, wegen der Verletzungsgefahr.«
»Nein, keine
genagelten Schuhe.«
»Gut. Greif mal ins
Handschuhfach, da ist ein Halstuch für dich drin.«
Max holte es
kurzerhand heraus und bedachte Leon mit einem strafenden Blick. »Dein Ernst?«
Es war nicht gerade schön zu nennen.
»Absolut! Es ist
frisch gewaschen, denn es darf nicht länger als zwei Wochen getragen worden
sein. Lange Bärte sind auch verboten, aber da werden wir ja kein Problem
bekommen.«
Beide grinsten
verwegen.
Dann fuhr Leon
fort. »Kein Herr darf seiner Partnerin die Hand drücken oder sie ernst
anschauen. Außerdem darf er nicht ihr Taschentuch aufheben, falls es
herunterfällt. Das Erste bedeutet, dass er sie liebt, das Zweite, dass er sie
küssen möchte. Mit Letzterem zeigt sie, dass sie mit beidem einverstanden ist.«
»Sind die Regeln
noch aus dem letzten Jahrhundert?«, lachte Max bei all den seltsamen
Informationen.
»Sozusagen. Aber im
Großen und Ganzen hält man sich noch heute dran und trägt Halstuch und
Taschentücher. Bis heute gibt es zu jeder Tanzmelodie eine feste Choreographie.
Der Caller hat nur die Funktion einer Gedächtnisstütze. Die hier bekannten
Tänze sind Quadrillen und Contratänze des vorigen Jahrhunderts. Aber es gibt
momentan auch eine Bewegung zu anderen Arten von Square Dance, Western Style Square Dancing genannt. Du
wirst schon sehen, ist alles nicht so schwer.«
Max war tatsächlich
erstaunt, wie gut Leon sich damit auszukennen schien. Wahrscheinlich hatte er
das in seiner Zeit in der größeren Stadt gelernt und er war deshalb wirklich
ein wenig neidisch auf ihn.
»Was macht denn
dieser Caller eigentlich?«
»Vortanzen. Deshalb
auch Gedächtnisstütze für die festgelegten Tanzschritte.«
»Verstehe. Dann
muss ich also einfach nur alles nachtanzen?«
»Genau. Halt dich
einfach an mich!«
Max hatte trotz
allem noch immer gehörigen Respekt vor einer persönlichen Blamage. Nicht dass
sich am Ende noch alle jungen Mädchen über ihn lustig machten. So etwas sprach
sich verdammt schnell herum.
Als sie zusammen
die Veranstaltungshalle betraten, berührte Leon ihn wie zufällig am Rücken und
schob ihn sanft durch die Tür. Es war so einfach sich dem anderen ganz
unschuldig zu nähern. Er bemerkte auch kurz, dass Max zusammenzuckte, als hätte
er ihm einen kleinen Elektroschock verpasst. Innerlich musste er schmunzeln.
»Suchen wir uns
einen Platz, von wo aus du alles sehen kannst!«, meinte er noch flüsternd dicht
an seinem Ohr.
Max durchrieselte
bei der geringsten Berührung ein Schauer nach dem anderen. Es war, als wäre er
elektrisiert und würde zehn Zentimeter über dem Boden schweben. Langsam wurde
ihm das fast unheimlich. Leon hatte solche Macht über seinen Körper, dass ihm
geradezu schwindlig zu werden drohte.
»Was möchtest du
trinken?«, unterbrach Leon seine Gedanken.
»Eine Coke. Auch
wenn ich lieber ein Pint hätte.«
Leon lachte
herzlich. »Wem sagst du das! Verdammte Regierung! Auch wenn wir sowieso zu jung
wären.«
Man konnte sich
nicht einmal mehr ein bisschen Mut ansaufen, wenn man abends ausgehen wollte.
Das war in ihrer speziellen Situation besonders schlimm. So ein Radar für
Gleichgesinnte entwickelte man im Allgemeinen nicht im absolut nüchternen
Zustand.
Zuerst einmal
schauten sie nur zu, was auf der Tanzfläche geschah. Max war tatsächlich
ziemlich angetan von der ganzen Sache. Nie zuvor hatte er so viele hübsche
Männer und Frauen auf einem Haufen gesehen. Ihm gefiel ganz besonders einer,
der verdammt muskulös war und dazu noch ein wirklich schönes Gesicht sein Eigen
nennen durfte.
»Der Caller mit den
schwarzen Locken ist echt unglaublich! Immer im Takt!«, meinte Leon plötzlich zu
ihm über den Tisch hinweg mit einem Augenzwinkern.
Sie hatten
anscheinend denselben Geschmack, was Männer betraf. Max schluckte ertappt,
nickte dann aber doch schief grinsend zurück.
»Komm, lass uns
mitmachen! Halt dich einfach an mich! Der nächste ich ganz einfach!«
Mit wackligen
Beinen reihte Max sich neben Leon in die Gruppe auf der Tanzfläche ein. Sie
wurden herzlich aufgenommen und schon ging es los. Auch wenn Max am Anfang nur
ein wenig holprig mithalten konnte, war er hellauf begeistert. Selbst der
schöne Vortänzer hatte ihm einmal aufmunternd zugelächelt. Nach weiteren zwei
Tänzen und einigen tänzerischen Blamagen seinerseits setzten sie sich
durchgeschwitzt zurück an ihren Tisch und bestellten noch einmal etwas zu trinken.
»Verdammt ist der heiß!«, flüsterte Leon ihm zu.
Was sollte er ihm
darauf schon antworten? »Findest du?« Etwas lahm, aber er war ja noch neu in
dem Geschäft.
»Na ja, nicht so heiß wie du, natürlich!«, kam prompt von Leon zurück. Dabei berührte er ihn
kurz am nackten Unterarm.
Wieder rieselte ein
Schauer durch Max‘ Körper. Sein Teint war dunkelrot und der Puls in
schwindelerregende Höhen geschnellt. Wie verlegen konnte man eigentlich sein?
Schmeicheleien war er nicht gewöhnt. Zu einer Antwort war er nicht fähig. Ihm
fehlten einfach die Worte.
Leon schien ihn
erlösen zu wollen. »Ich muss mal für kleine Jungs. Kommst du kurz mit raus?«
Max nickte. Die
Coke und das Ginger Ale drückten inzwischen gewaltig auf seine Blase. Er hoffte
nur, dass niemand seinen engen Schritt bemerken würde. Gut, dass sein weißes Baumwollhemd
weit genug nach unten ging. Er trug es lässig wie ein Cowboy über der Hose.
Sein neuer Hut stand ihm hervorragend dazu. Klar, dass er so einen sein Eigen
nannte, wo er doch oft genug bei sengender Hitze auf dem Feld herumpflügen
musste. Leon hatte seinen wohl nur wegen des Square Dances gekauft, aber das
war ihm egal, solange er damit so geil aussah wie heute Abend.
Eigentlich sollte
man nicht draußen pinkeln, trotzdem machten viele das im Rahmen einer
Zigarettenpause oder eines heimlichen Schluckes Alkohol, den sie von zu Hause
aus der Schwarzbrennerei mitgebracht hatten. Deshalb war Max jetzt nicht im
Mindesten überrascht, dass auch Leon einen kleinen Flachmann aus der
Innentasche seiner Lederweste holte.
»Auch einen
Schluck?«
»Gut, dass wir
grade noch beim Pissen waren. Was hast du denn dabei?« Neugierig blickte er auf
die halbleere Flasche in Leons Hand.
»Whisky, was denn
sonst?« Er berührte Max‘ Hand eine Sekunde zu lange, als er ihm den Alkohol
reichte.
Wieder
durchrieselte Max eine Gänsehaut von oben bis unten. Er war wie elektrisiert
und nahm einen großen Schluck, schon allein, um sich wieder in den Griff zu
kriegen, dachte er.
»Woher ist der
denn?«, fragte er interessiert.
Leon zwinkerte.
»Das bleibt mein Geheimnis. Aber er ist gut.«
»Das ist er!« Noch
einmal nahm er verstohlen an der Hausmauer um die Ecke in einer schmalen
Seitengasse einen ordentlichen Schluck des bräunlichen Gebräus.
Als er Leon die
Flasche zurückgeben wollte, zog der ihn an der Hand dicht an sich heran in den
Schatten der Hausmauer. Überrascht zog Max die Augenbrauen nach oben und bevor
er sich versah, spürte er auch schon Leons warme Lippen auf den seinen. Nackte
Angst packte ihn, fast hätte er vergessen, es zu genießen, wenn Leon ihn nicht
mit einem kurzen keine Sorge, hier kann
uns niemand sehen zwischen ihren Lippen beruhigt hätte.
Für etwa dreißig
Sekunden ließ er sich ganz auf den Kuss ein. Zum ersten Mal spürte er eine
Zunge in seinem Mund, es schmeckte herrlich und er konnte die Erregung bis in
die Zehenspitzen fühlen. Noch einmal dankte er im Geiste dem langen Hemd über
seiner Mitte.
Dann war es auch
schon wieder vorbei. Er getraute sich nicht, Leon danach direkt in die Augen zu
blicken. Als wäre nichts gewesen, gingen sie, nach einem weiteren Schluck aus
dem kleinen Flachmann, zusammen zurück in das Gebäude und setzten sich an ihren
Tisch, um auf den nächsten Tanz zu warten.
Max‘ Gedanken
rasten.
Leon zitterte
merklich an den Händen.
Irgendwie schien
sich alles um sie beide zu drehen. Weder Max noch Leon hatten mit solch einem
Effekt gerechnet. Der unerfahrene Farmerjunge war nicht weiter überrascht über
die einschneidende Wirkung ihres Kusses, Leon jedoch hatte merklich Mühe, sich
wieder auf den Tanz zu konzentrieren. Nie zuvor hatte ihn ein Kuss so dermaßen
aufgewühlt. Vielleicht weil seine Partner bisher immer erfahrener waren, als er
selbst? Er konnte sich keinen Reim darauf machen, er wusste lediglich, dass ihm
regelrecht schwindlig von dem Kuss geworden war und er noch jetzt wohlige
Schmerzen im Brustbereich empfand. Als würde ihm sein Herz etwas mitteilen
wollen. Über andere Regionen wollte er gar nicht erst nachdenken, solange sein
Körper ihm noch immer eindeutige Signale erteilte. Am liebsten hätte er Max
gleich draußen auf dem Feld hart genommen. Allein dieser Gedanke schien ihm
gehörigen Respekt einzuflößen. Das hier war etwas Großes.
»Tanzen wir noch
mal?«, fragte Max unschuldig über den Tisch hinweg.
Er wollte sich
bewegen, das unbändige körperliche Verlangen irgendwie zu zügeln versuchen. An
etwas anderes denken, als an harten schnellen Sex und die erlösende
Befriedigung danach. Seine Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt, alles in
ihm schien zu vibrieren.
»Leon!?«, rief er
ihn zurück in die Wirklichkeit, als dieser ihm nicht auf seine Frage
antwortete.
»Hm?« Etwas
verwirrt blickte er Max schließlich doch noch in die glänzenden Augen. Er
wusste genau, was sich darin spiegelte, sie sprachen definitiv dieselbe
Sprache. »Was hast du gefragt?«
»Noch mal tanzen?«
»Klar.«
Plötzlich schien es
Max, als wäre er der Vernünftigere von ihnen. Sie begaben sich erneut auf die
Tanzfläche, fügten sich ein und vergaßen bei all der Zählerei und der
Konzentration auf die richtige Reihenfolge der Schritte die vorangegangene
Szene draußen im Schatten der Mauer. Nach weiteren drei Tänzen beschlossen sie
schwitzend, dass es ihnen für heute Abend reichte und bezahlten die Zeche.
Atemlos stiegen sie in den Twin Six, Leon startete den Wagen und schon brausten
sie davon Richtung Hopewell.
Schweigen breitete
sich aus. Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, versuchte Leon, das Eis zu
brechen. Er wollte nicht länger das verschreckte Kaninchen sein, sondern wieder
zu seiner vormals coolen Form zurückfinden.
»Wie hat dir der
Abend gefallen?«, fragte er deshalb ohne jede Wertung mit Blick auf die Straße
vor sich.
Max zögerte. Wie viel
Ehrlichkeit erwartete sein neuer Freund von ihm? »Leider kein Mädchen erobert. Was sagen wir bloß unseren Vätern?«
Sein trockener
Humor ließ Leons Nervosität endgültig von ihm abfallen und er lachte grölend
drauflos. Da konnte Max nicht mehr länger an sich halten und lachte herzhaft
mit. Sie konnten sich kaum beruhigen, so witzig und entspannt war es plötzlich
wieder zwischen ihnen. Max wischte sich schließlich mit dem Hemdsärmel kichernd
die Lachtränen aus den Augenwinkeln.
»Sollen wir uns
eine Geschichte für die Familie ausdenken?«, wollte Leon von ihm wissen, als
sie sich endlich wieder etwas eingekriegt hatten.
»Sagen wir einfach,
die Mädchen waren hässlich und affektiert und die paar, die wir ins Auge hätten
fassen wollen, wären bereits vergeben gewesen.«
»Du hast Recht, je
weniger, desto besser. Einfach und klar.«
Sie fuhren gerade
aus Hopewell heraus über die ungeteerte Landstraße in Richtung Max‘ Farm, als
Leon noch einmal anhielt, weil die Blase ihn drückte. »Ich muss mal.«
Max tat es ihm
gleich, die frische Nachtluft tat gut nach all der Aufregung. Leon steckte sich
noch eine Zigarette an und kam um den Wagen herum, als Max gerade den
Hosenschlitz schließen wollte.
»Warum hast du es
so eilig?«, meinte er süffisant in der Dunkelheit. Nur die Scheinwerfer
spendeten ein wenig Licht.
Max schluckte, sein
Mund wurde trocken. Leon kam ganz dicht an ihn heran, drückte ihn mit seinem
ganzen Körper gegen die Karosserie und betrachtete ihn auffordernd aus nächster
Nähe. Ihre Blicke verfingen sich ineinander, auch wenn sie kaum etwas sehen
konnten im Dunkel der Nacht. Plötzlich schnippte Leon seinen Stummel achtlos
ins Gestrüpp und griff dem verdutzten Max fordernd in den Schritt.
Überrascht keuchte
Max leise auf, bekam Schnappatmung und rannte schließlich davon, so schnell er
konnte.
Mit einem breiten
Grinsen auf den Lippen blickte Leon ihm im Licht der Scheinwerfer noch
hinterher, bis ihn die Dunkelheit endgültig verschluckte.
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